Trinkwasserleitungen in ungenutzten Gebäuden
regelmäßig spülen.

25. Mai 2023

4 Min

Wärme & Wohnen

Warum das Spülen so wichtig ist

Wenn Gebäude – etwa durch Urlaub, Leerstand oder Schutzmaßnahmen – längere Zeit nicht genutzt werden, steht das Trinkwasser in den Leitungen. Das kann zu Qualitätsproblemen führen und im schlimmsten Fall sogar die Gesundheit gefährden. Durch regelmäßiges Spülen stellst du sicher, dass sauberes, frisches Wasser aus deinen Leitungen kommt.
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Das musst du wissen.

Warum Stillstand in Leitungen problematisch ist.

Betriebsferien, Urlaub oder auch Schutzmaßnahmen etwa gegen Virus-Pandemien können dazu führen, dass Gebäude über eine längere Zeit nicht genutzt werden. Das wirkt sich auch auf die hygienischen Bedingungen innerhalb der Trinkwasserinstallation aus. Zwar ist das gelieferte Trinkwasser selbst sicher. Werden Wasserhähne, Duschen und Toilettenspülungen aber mehr als ein paar Tage lang nicht genutzt, sollten Sie die Hausinstallation vorsichtshalber regelmäßig spülen.

In ungenutzten Gebäuden steht das Trinkwasser unter Umständen längere Zeit in den Leitungen. Ein Austausch durch Frischwasser ist dann nicht mehr gewährleistet. Eine Gefahr durch Viren besteht dabei zwar nicht. Allerdings können hygienische Probleme etwa durch Legionellen entstehen.

Um dies zu vermeiden und jederzeit die Hygiene und die sehr gute Qualität des Trinkwassers sicherzustellen, solltest du ungenutzte Trinkwasserleitungen regelmäßig spülen. Mögliche Sanierungskosten für verunreinigte Leitungen können ansonsten die Kosten für die Spülungen schnell um ein Vielfaches übersteigen. Das gilt auch für Gebäude, die nur teilweise genutzt werden: Hier solltest du an allen ungenutzten Entnahmestellen ebenfalls regelmäßig das Wasser laufen lassen.

Warum sind Legionellen bei stehendem Wasser gefährlich?

Legionellen sind Bakterien, die sich in stehendem, lauwarmem Wasser vermehren. Beim Duschen können sie über feinen Wassernebel eingeatmet werden und schwere Lungenentzündungen auslösen.

Regelmäßiges Spülen verhindert ihre Ausbreitung und schützt die Trinkwasserhygiene.

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So geht’s richtig.

So spülst du deine Installation richtig.

Damit du auf der sicheren Seite bist, solltest du diese drei einfachen Schritte befolgen:

1. Mindestens einmal in der Woche – besser alle drei Tage – alle Wasserhähne einmal aufdrehen.

2. Zuerst warmes und dann kaltes Wasser so lange laufen lassen, bis jeweils eine konstante Temperatur erreicht ist.

3. Auch Duschen und Toilettenspülungen regelmäßig betätigen.

Diese Spülungen reichen in der Regel auch bei einer Wiederinbetriebnahme nach einer Pause von bis zu einer Woche aus.


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Gut zu wissen.

Was bei längeren Pausen oder Sonderfällen zu beachten ist.

Wiederinbetriebnahme nach längerem Stillstand

Nach einem längeren Stillstand in den Leitungen wird eine umfangreichere Spülung der Installation notwendig. Dabei solltest du dann zusätzlich mindestens:

  • den Hauseingangsfilter rückspülen

  • Perlatoren und Duschköpfe abbauen

  • mehrere Entnahmestellen gleichzeitig öffnen (erst warm, dann kalt)

  • jeweils intensiv erst warm dann kalt spülen
  • das Volumen im Trinkwasser-Erwärmer durch langes Spülen komplett austauschen

Diese umfangreichere Spülung und Reinigung kann im Zweifel eine Fachfirma ebenso durchführen wie mögliche weitere Maßnahmen bis hin zur vorübergehenden Außerbetriebnahme der Trinkwasserinstallation (siehe unten). Ist die Trinkwasserinstallation länger als ein halbes Jahr lang nicht genutzt worden, solltest du auf jedem Fall ein Installateurs-Unternehmen mit der Wiederinbetriebnahme beauftragen. Dann ist außerdem eine mikrobiologische Untersuchung des Wassers nötig.

Trinkwasserinstallation außer Betrieb nehmen

Wenn Leitungen nicht regelmäßig gespült werden können, sollte die Trinkwasserinstallation an der Hauptabsperreinrichtung abgesperrt und möglichst durch eine Fachfirma außer Betrieb genommen werden. Wird ein Gebäude absehbar mehrere Monate lang nicht genutzt, solltest du zudem den Wasserversorger informieren. Der kann dann den Hausanschlussschieber schließen und so möglichen Beeinträchtigungen der Wasserqualität im Trinkwassernetz vorbeugen.

Leitungen möglichst nicht entleeren

Sofern sie nicht aus Frostschutzgründen notwendig wird, ist eine komplette Entleerung der Leitungen in den meisten Fällen nicht sinnvoll. Sie kann sogar Bakterienwachstum und Korrosionsschäden in den Leitungen fördern. Darum muss die Installation in diesen Fällen vollständig getrocknet werden.

Alternative: Automatische Spülung durch spezielle Ventile

Im Fachhandel gibt es als Alternative auch spezielle Ventile, die eine regelmäßige Spülung automatisch auslösen. Weitere Informationen und Tipps dazu erhalten Verbraucher bei ihrem Wasserinstallateur.



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