Energie

Neuregelung zum §14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) – Alle wichtigen Informationen im Überblick

Um die Energiewende aktiv in unserer Region voranzubringen, nimmt der Ausbau der erneuerbaren Energien eine immer wichtigere Rolle ein. Die so erzeugte Energie fließt zunehmend in den Verkehrs- und Wärmesektor, der einen wesentlichen Beitrag auf dem Weg zu einer klimafreundlicheren Infrastruktur leistet. Besonders die zunehmende Installation von Wärmepumpen, Wallboxen und Stromspeichern in Privathaushalten stellt die stabile Netzversorgung zukünftig vor größere Herausforderungen. Denn solche Anlagen haben einen wesentlich höheren Stromverbrauch als normale Haushaltgeräte. Um der Anforderung der Netzstabilität auch zukünftig gewachsen zu sein, hat die Bundesnetzagentur im Dezember 2023 den §14a des EnWG neu ausgestaltet.

Was dies konkret bedeutet, ist hier zusammengefasst:

Höhere Flexibilität im Stromnetz: Das Gesetz regelt die Steuerung und Nutzung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen. Dazu gehören zum Beispiel Elektromobilitätsladepunkte (Wallboxen) und Wärmepumpen oder auch Stromspeicher im Stromnetz. Der Paragraf 14a des EnWG spielt eine zentrale Rolle bei der Integration erneuerbarer Energien und der Flexibilisierung des Stromverbrauchs, um die Netzstabilität jederzeit zu gewährleisten. In der Praxis bedeutet dies, dass die Leistung dieser Geräte temporär gedimmt werden kann, um eine Überlastung des Stromnetztes gezielt zu vermeiden. Hierbei ist allerdings eine Basisversorgung der jeweiligen Geräte gewährleistet und der normale Haushaltsstrom wird nicht berührt.

Fazit: Der §14a EnWG zielt darauf ab, steuerbare Verbrauchseinrichtungen so zu integrieren, dass sie zur Stabilität des Stromnetzes beitragen. In Zeiten hoher Einspeisung erneuerbarer Energien oder bei Netzengpässen können diese Verbrauchseinrichtungen gezielt gesteuert werden, um so das Netz zu entlasten.

Hierzu zählen alle steuerbaren Verbrauchseinheiten, die mit Strom betrieben werden. Darunter fallen:

  • Wallboxen: Private Ladestationen für Elektrofahrzeuge
  • Wärmepumpen: Heizsysteme, die mit Strom betrieben werden
  • Klimaanlagen: Geräte zur Raumkühlung mit einer zentralen Steuerung
  • Stromspeicher: Geräte, die Energie aus dem Netz beziehen

Damit die Geräte unter die neuen Regelungen von §14a EnWG fallen, müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

  • Der Leistungsbezug liegt über 4,2 kW.
  • Das Gerät ist an das Niederspannungsnetz, dem normalen 220 Volt-Netz, angeschlossen.
  • Das Gerät wurde am oder nach dem 1. Januar 2024 in Betrieb genommen und wurde durch den Elektroinstallateur beim Netzbetreiber angemeldet.
  • Das Gerät muss eine ferngesteuerte Steuerung durch den Netzbetreiber ermöglichen. Das erfordert die Ausstattung mit entsprechenden Kommunikationsschnittstellen und passender Regelungstechnik.

Mit der Novellierung und der Ausgestaltung durch die Beschlüsse der Bundesnetzagentur, können Netzbetreiber seit 1. Januar 2024 steuerbare Verbrauchseinrichtungen, wie z. B. eine Wärmepumpe oder die Wallbox eines E-Autos zeitlich begrenzt dimmen, um Engpässe im Netz zu vermeiden. Dies betrifft lediglich jene Geräte, die im Niederspannungsnetz angeschlossen sind und nicht den Haushaltsstrom. Ziel ist mehr Flexibilität im Netz.

Folgende Neuerungen gibt es seit dem 1. Januar 2024:

  • Die Einbeziehung von Geräten über 4,2 kW an §14a EnWG ist verpflichtend.
  • Die Reduzierung der Netzentgelte wurde entsprechend angepasst und erweitert.
  • Ein separater Zähler für das Gerät ist keine Voraussetzung mehr, um unter §14a EnWG zu fallen. So fallen keine Zusatzkosten für den Einbau und Betrieb eines Zählers an.

Fazit – das Wichtigste kurz zusammengefasst:
§14a EnWG ist ein zentrales Element zur Unterstützung der Energiewende in Deutschland. Durch die Steuerung von Verbrauchseinrichtungen kann das Stromnetz stabilisiert und die Integration erneuerbarer Energien gefördert werden. Für Verbraucher bietet die Teilnahme an diesem System finanzielle Anreize und die Möglichkeit, aktiv zur Netzstabilität beizutragen. Die Umsetzung erfordert jedoch eine koordinierte Zusammenarbeit und den Einsatz moderner Technologien.

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