Netzbetreiber und Energieversorger – Wer macht was?
In diesem Artikel zeigen wir dir, wer wofür verantwortlich ist, worin sich Netzbetreiber und Energieversorger unterscheiden und was ein Messstellenbetreiber macht.
Aufgabenverteilung.
Der Unterschied zwischen Netzbetreiber und Energieversorger.
Seit der Liberalisierung des Energiemarkts kannst du selbst entscheiden, von welchem Energieversorger du Strom oder Erdgas beziehst. Viele Kundinnen und Kunden verwechseln ihn aber mit dem Netzbetreiber.
Um die Aufgabenverteilung in der Energiewirtschaft greifbar zu machen, hilft ein Beispiel aus der Region:
Die RhönEnergie Fulda steht hier exemplarisch für einen Energieversorger, die OsthessenNetz GmbH für einen Netzbetreiber.
Beide Unternehmen gehören zur gleichen Gruppe – erfüllen aber unterschiedliche, gesetzlich getrennte Aufgaben.
Energieversorger
- Verkauft dir Strom oder Erdgas zu einem gewählten Tarif
- Stellt dir deine Rechnung aus
- Bietet dir Service rund um Tarifwechsel und Energieberatung
- Übernimmt die Kommunikation mit dem Netzbetreiber bei Bedarf (z.B. Umzug, Zählerwechsel)
- Ermöglicht dir freie Wahl zwischen verschiedenen Energieprodukten
Wichtig: Der Energieversorger ist frei wählbar – du entscheidest von wem du Strom oder Erdgas beziehst.
Netzbetreiber
- Betreibt das Strom- und Gasnetz in deiner Region
- Sorgt für die Instandhaltung und den Ausbau der Netzinfrastruktur
- Schließt Hauhalte an das Versorgungsnetz an (z.B. bei Neubau)
- Erfasst deinen Zählerstand – entweder vor Ort oder digital über ein Onlineportal
- Übermittelt die gemessenen Verbrauchsdaten an deinen Energieversorger
- Stellt sicher, dass Strom und Gas zuverlässig und sicher bei dir ankommen
Wichtig: Der Netzbetreiber ist ortsgebunden – er bleibt gleich, auch wenn du den Versorger wechselst.
Das steckt dahinter.
Die Aufgabe des Messstellenbetrieb.
Die Energie für dein Zuhause erhältst du also durch die Leitungen des Netzbetreibers. Um nachweisen zu können, wie viel Energie an dich geliefert wurde, gibt es einen Messstellenbetrieb (MSB). Er kümmert sich um
- den Einbau und Betrieb des Strom- oder Gaszählers
- die Ablesung deiner Verbrauchswerte
- die Wartung und ggf. Austausch der Zählertechnik
Diese Zähler befinden sich zumeist im Keller eines Hauses und ermöglichen es dir jederzeit, deinen aktuellen Energieverbrauch einzusehen. In den meisten Fällen gehört dem Netzbetreiber auch der Energiezähler und er ist somit Netzbetreiber und Messstellenbetreiber in einem. Als Abkürzung für die Bezeichnung Messstellenbetrieb als auch für den Messstellenbetreiber werden oft die Ziffern „MSB“ genutzt.
Zuständigkeit.
Wer ist für die Zählerablesung zuständig?
Im Regelfall ist der örtliche Netzbetreiber für die Zählerablesung zuständig. Hierfür erhältst du per Post eine Aufforderung, um deinen Zählerstand zu übermitteln. Du kannst den Zählerstand dann einfach in eine mitgelieferte Postkarte eintragen und zurück an Ihren Netzbetreiber schicken oder bequem über ein Online-Portal für die Zählerstandserfassung digital versenden. Im Einzelfall kann es aber auch sein, dass der Netzbetreiber den Zählerstand schätzen muss, wenn eine Ablesung nicht möglich war oder keine Zählerkarte zurückgeschickt wurde.
Gut zu wissen.
Von wem erhalte ich meine Strom- oder Erdgasrechnung?
Deine Strom- oder Erdgasrechnung erhältst du von deinem Energieversorger – also dem Anbieter, bei dem du deinen Vertrag abgeschlossen hast. Dort wählst du deinen Tarif, erhältst deine Abrechnung und kannst dich bei Fragen rund um Preise, Abschläge oder Zahlungsmodalitäten direkt an den Kundenservice wenden.
Die Verbrauchsdaten, auf denen deine Rechnung basiert, stammen jedoch vom Netzbetreiber. Dieser erfasst den Zählerstand – entweder durch einen Ablesedienst oder über deine eigene Meldung – und übermittelt die Werte anschließend an deinen Energieversorger.
So arbeiten beide zusammen: Der Netzbetreiber stellt die Verbrauchswerte bereit, der Energieversorger berechnet daraus deinen tatsächlichen Energieverbrauch und erstellt die Rechnung.
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