Immer öfter Stromausfälle durch Glasfaserarbeiten
Fulda/Sinntal. In Osthessen und Unterfranken kommt es immer häufiger zu Stromausfällen infolge von Glasfaserarbeiten. Das berichtet die OsthessenNetz, die Netzgesellschaft der RhönEnergie Gruppe. Allein im ersten Halbjahr 2026 wurden in ihrem Netzgebiet 27 größere Schäden an Stromleitungen durch Arbeiten im Zusammenhang mit dem Glasfaserausbau registriert.
Der jüngste Vorfall ereignete sich heute in Sinntal-Sterbfritz. Bei Bauarbeiten zur Verlegung von Glasfaser wurde eine 20.000-Volt-Leitung beschädigt. In der Folge fiel in insgesamt neun Ortschaften der Gemeinden Sinntal (Main-Kinzig-Kreis) und Motten (Landkreis Bad Kissingen) für eine Stunde der Strom aus „Der eingesetzte Bautrupp hatte nach eigenen Angaben zwar eine Planauskunft eingeholt, diese dann vor Ort aber nicht beachtet. Die Fälle, in denen Bautrupps ohne die vorgeschriebene Planauskunft mit den Arbeiten beginnen und dabei Stromleitungen beschädigen, nehmen leider zu. Die Schäden sind erheblich“, sagt Matthias Hahner, Geschäftsführer der OsthessenNetz.
Nach bisherigen Erkenntnissen versuchte ein Bauarbeiter im Rotschieferweg in Sinntal-Sterbfritz, mit einem Hammer eine Eisenstange unter einem Bordstein hindurchzutreiben. Dabei traf die Eisenstange ein 20.000-Volt-Kabel und beschädigte es. Um 12.59 Uhr führte dies zu einem Kurzschluss in der Trafostation in der Brückenstraße in Mottgers. Betroffen waren die Sinntaler Ortsteile Sterbfritz (teilweise), Weichersbach, Oberzell, Züntersbach, Schwarzenfels und Mottgers sowie die Mottener Ortsteile Speicherz, Kothen und Motten. Die alarmierten Mitarbeiter der OsthessenNetz trafen den verantwortlichen Bauarbeiter vor Ort an. Er blieb nach ersten Erkenntnissen unverletzt, wurde jedoch vorsorglich zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Um 14.02 Uhr konnte die Stromversorgung vollständig wiederhergestellt werden.
„Solche Störungen und Stromausfälle wären vermeidbar gewesen, wenn die Baufirma – wie vorgeschrieben – vor Beginn der Arbeiten eine Planauskunft eingeholt hätte“, betont Hahner. Zudem würden bei Bauarbeiten immer wieder Kabel oder Rohre beschädigt, ohne dass der Schaden sofort auffalle. Die Folgen zeigten sich häufig erst Monate oder sogar Jahre später. „Deshalb fordern wir von allen Bauunternehmen, auch vermeintlich kleine Beschädigungen an unseren Leitungen unverzüglich zu melden“, erklärt Hahner.
Die OsthessenNetz erinnert deshalb daran, dass vor sämtlichen Bauarbeiten – sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich – grundsätzlich Planauskünfte bei den jeweiligen Infrastrukturbetreibern einzuholen sind. Die Leitungsdaten der OsthessenNetz können rund um die Uhr kostenlos online über die Planauskunft abgerufen werden.
Darüber hinaus weist die OsthessenNetz darauf hin, dass bei Ausschachtungen und anderen Erdarbeiten besondere Vorsicht geboten ist. Im Bereich von Leitungen und Rohren sind Erdarbeiten grundsätzlich in Handschachtung auszuführen. Bei Unklarheiten sollten sich ausführende Unternehmen frühzeitig mit der OsthessenNetz in Verbindung setzen. Das Unternehmen bietet eine kostenlose Einweisung vor Ort oder – falls erforderlich – die Freischaltung eines Kabels an. So lassen sich lebensgefährliche Arbeitsunfälle, Stromausfälle sowie erhebliche Folgekosten vermeiden.

Der Hammer liegt noch vor Ort: In Sinntal-Sterbfritz hat ein Bauarbeiter am Dienstagmittag eine Eisenstange in ein 20.000-Volt-Kabel geschlagen. Der Arbeiter blieb unverletzt; in neun Orten fiel für mehr als eine Stunde der Strom aus.
Foto: RhönEnergie
Fulda, 30.06.2026

