Auszeichnung für Biothan-Anlage
FULDA. Die zukunftsweisende Biothan-Anlage der RhönEnergie Gruppe auf dem Finkenberg bei Kleinlüder hat bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Jetzt ist eine weitere Ehrung hinzugekommen: Der Fachverband Biogas hat die Biothan wegen ihrer überaus positiven Wirkung auf das Klima als „Biogasanlage des Monats Dezember“ ausgezeichnet.
„Wir würdigen damit das kluge und innovative Konzept. Es gibt im weiten Umkreis keine vergleichbare Anlage“, sagte Arnt Osterfeld, Regionalgruppensprecher des Fachverbands Biogas und Vorstandsmitglied des Landesverbands Erneuerbare Energien (LEE) Hessen, bei der Übergabe der Urkunde. „Aus Abfällen Energie für die Region zu gewinnen – das ist wirklich großartig.“
Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung der RhönEnergie Gruppe, erklärte, er freue sich sehr über diese Auszeichnung. „Sie ist eine weitere Bestätigung für unseren Einsatz für den Klimaschutz: Die Biothan nutzt ausschließlich Reststoffe. Wir waren mit der Anlage beim Start im Oktober 2012 bundesweit Pionier. Bis heute ist sie ein viel beachtetes Leuchtturmprojekt für regenerative Ideen, auf das wir sehr stolz sind.“
Üblicherweise werden biogene Reststoffe einfach entsorgt. Pro Kopf werden in Deutschland jedes Jahr rund 130 Kilogramm Bioabfälle weggeworfen. Das ist jedoch eine Verschwendung von Ressourcen, denn so geht die in den Bioabfällen enthaltene Energie verloren. In der Biothan-Anlage werden sowohl die in den Reststoffen enthaltene Energie als auch die Nährstoffe zu nahezu 100 Prozent genutzt. Das im Zuge der Vergärung entstehende Biogas wird dabei sofort zu Biomethan veredelt. Herkömmliche Biogasanlagen, die ihr Gas verstromen, weisen einen deutlich niedrigeren Wirkungsgrad auf.
In der Anlage werden jedes Jahr rund 26.000 Tonnen Lebensmittelabfälle, etwa 22.000 Tonnen Inhalt aus der Biotonne sowie 7.500 Tonnen Garten- und Parkabfälle energetisch genutzt, um daraus marktfähiges Biomethan zu erzeugen – ganz ohne nachwachsende Rohstoffe. Das Ziel, vollständig auf nachwachsende Rohstoffe („Nawaros“) zu verzichten und ausschließlich organische Reststoffe einzusetzen, verfolgten die Verantwortlichen von Anfang an. Entsprechend ist die Biothan GmbH von der Diskussion „Tank oder Teller“ nicht betroffen, da für den Betrieb der Anlage keine Nahrungsmittel angebaut werden.
Uwe Sauerwein, Geschäftsführer der Biothan GmbH, erklärt das Erfolgsrezept der Anlage so: „Bei uns geht nichts verloren. Die organischen Reststoffe werden vollständig in Wertstoffe umgewandelt: in Bioerdgas oder Düngeprodukte. Umweltgerechter und wirtschaftlicher kann man Bioabfälle nicht nutzen.“
Bei der Veredelung werden dem Rohbiogas in einem Spezialverfahren direkt vor Ort Schwefel, Kohlendioxid und Wasser entzogen. Dadurch steigt der Anteil des brennbaren Methans auf über 96 Prozent. Mit dem so erzeugten Biomethan aus der Nass- und Trockenvergärung können rechnerisch 2.400 Haushalte mit Heizenergie versorgt werden. Der Gesamtwirkungsgrad der Anlage wird zusätzlich dadurch erhöht, dass sämtliche flüssigen und festen Gärprodukte – überwiegend als Dünger – einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden.
Darüber hinaus wird auf dem Gelände mit mehreren großen Photovoltaikanlagen Sonnenenergie erzeugt: drei Dachflächenanlagen sowie eine große Freiflächenanlage. Dadurch kann ein großer Teil des Eigenstrombedarfs der Biothan-Anlage regenerativ gedeckt werden, zudem wird überschüssiger Strom in das Netz eingespeist.

Freude über die Auszeichnung: Arnt Osterfeld, Regionalgruppensprecher von Fachverband Biogas, überreicht die Urkunde an Geschäftsführer Uwe Sauerwein und Prokurist Christoph Bien.
Foto: RhönEnergie

Auf dem Finkenberg bei Kleinlüder, abgelegen von Ortschaften, verwandelt die Biothan-Anlage biogene Reststoffe in Bio-Erdgas.
Foto: RhönEnergie

Das Biogas wird vor seiner Einspeisung ins Netz gereinigt und aufbereitet.
Foto: RhönEnergie
Fulda, 18.12.2025


